Liebe dich selbst und ich liebe dich mit


Selbstliebe – was ist das und wie geht das überhaupt?

Als eine von vielen bin ich mit einem eher abwesenden Vater aufgewachsen, der mir nicht die Aufmerksamkeit zukommen ließ, die ich mir wünschte und deshalb ein Aufmerksamkeitsdefizit in mir provozierte, das mich bis heute beeinflusst. Denn um mich gesehen und geliebt zu fühlen, tat ich vieles: Lustige, kindische Albernheiten, die super schlaue Oberlehrerin spielen, die top organisierte und ehrgeizige Sportskanone sein, die sich hingebende Sexsklavin mimen – die Liste ist endlos.

Es gab nichts, was ich nicht konnte. Ähnliches Verhalten zeigte ich in beruflicher Hinsicht – alles nur, um ein bisschen Liebe und Aufmerksamkeit zu bekommen. Eine Spirale, die nicht zu enden scheint, da die Arbeit für diese Gefühle groß ist und die Abhängigkeit von anderen die Quelle zu schnell wieder versiegen lässt.

Ich will nicht mehr gefallen und ich bin nicht nur die Gute.

Immer schön „Ja“ sagen und Papis selbstsüchtigen Narzissmus unterstützen, obwohl wir uns dabei zurücknehmen und unbefriedigt fühlen bringt uns nicht weiter, Mädels.

Es zu überwinden, den Erwartungen anderer nicht mehr zu entsprechen und etwas zu tun oder nicht zu tun, was anderen missfallen würde, ist eine Hürde, aber dann auch noch diesen Kampf aufzugeben und einfach nur zu sein, sich selbst lieb zu haben, auch in Situationen, in denen es echt schwer fällt und sich auch einmal einzugestehen, dass man sich nicht lieb hat und sich dann genau dafür so seinlassen zu können, ist die Meisterschaft.

Denn wie oft, kämpfen wir aggressiv und auch passiv um die Gunst, indem wir uns damit stressen, irgendetwas tun zu müssen oder eben vehement etwas nicht tun, obwohl wir eigentlich Lust darauf hätten.

Dem Leben zu vertrauen, wenn es dich gerade von Männern, Jobs, Freunden oder sonstigen Inhalten fernhält, die dich eigentlich erfüllt haben, ist DIE Chance, deinen Wert endlich unabhängig von von anderen Menschen oder Tätigkeiten und Identifikationen, mit denen du dich sonst gern brüstest, zu erkennen und dich genauso zu lassen, wie du bist.

Denn du bist schon genug und musst nichts dafür tun, geliebt zu werden. Das Einzige, was du tun darfst, ist dich selbst zu lieben und die Dinge für dich zu tun, die du üblicherweise für andere tust, damit sie dich lieben.

Denn wenn du dir selbst all diese Dinge zukommen lässt, wirst du zum Strahlemagneten und alle anderen lieben dich mit, ohne dass du etwas dafür tun musst – doppeltes Glück!

1 Comment

  1. Sabrina Röderer 26. Februar 2019 at 11:21

    Danke, dass du den Mut hattest deinen Weg zu gehen, zu Vertrauen, den Schmerz in der Tiefe anzunehmen um ihn dann frei, wie einen Luftballon fliegen zu lassen.
    Ja, in deinen Zeilen erkenne ich mich wieder und ja es ist eine Hürde manchmal selbst der Schmerz zu sein.
    Und ja selbst dann ist es aus Liebe.

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