Eine Bank in der Sonne

Müde waten meine Beine über den hellgrauen Schotterkiesweg des Parks. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, ein laues Frühlingslüftchen weht durch meine blonden Haare und ich laufe im Schatten.

Vor mir zeigt sich ein Viadukt, das sowohl Parkweg, als auch Fluss durchlässt. Kinder sitzen am Ufer und werfen Steine. Familien fahren mit dem Fahrrad an mir vorbei. Männer joggen. Ein Schwan putzt sich auf einer kleinen Insel im Fluss und ein Entenpärchen schläft friedlich mit eingesunkenen Köpfen im satten Gras.

Das „Viadukt der Liebe“ denke ich. Ein Tor, durch das ich gehen muss. Darf. Kann. Soll. Will. Ich schreite aufmerksam auf die andere Seite. Vom schattigen Groll und Frust hinüber zur Liebe. Alles, was ich mir wünsche ist eine Bank in der Sonne. Auf welcher ich SEIN kann.

Voller Demut über Zurückweisung und vergeblichen Wollens fange ich an, zu akzeptieren und zu vergeben. Alljenen, die diese Wunde in mir aufrissen und mir selbst dafür, dass ich anderen diese Wunde zufügte. Im Schmerz. Ungeliebtsein. Im Wollen und im Tun. In der Illusion der Trennung gefangen.

Lass ab von mir, alles was nicht Liebe ist. Lass ab. Sei still du Gedanke des Zweifels und der Spaltung. Sei still und lass mich sein.

Hier auf der Bank in der Sonne, die mich von unten wärmt und hält und oben freilässt.

„Ist der Schritt durch das Tor so schnell gemacht?“ fragt der Zweifel. „Was hängt der alte Mist an meinen Zellen, dass sie mich zurück ziehen?“ fragt die Spaltung. Mit diesen beiden immer weiterzugehen strengt an. Zu schwer die Last. „Wirf sie ab“ sagt das Herz. „Oder verwurzele dich tief mit dem Schmotter – da wo du bist. Er ist der beste Dünger, den die Pflanze braucht, um erblühen zu können. Nimm es an. Akzeptiere. Dann bist du frei und kannst da bleiben, wo du bist. Musst nicht mehr weglaufen von hier – von der Bank in der Sonne.“ sagt das Vertrauen.

„Und siehe, was alles zu dir kommen möchte. Du musst nichts dafür tun. Ein älteres Pärchen, das lächelnd grüßt. Ein Vogel, der ein paar Brotkrumen pickt. Ein Wanderer, der schwitzend seine Kilos verliert. Ein Kind, dass seinen Ball zurück holen will und dir voller Freude ins Gesicht lacht. Mach dein Herz auf! Lass die Liebe hinein und gib sie frei. Denn sie gehört dir nicht. Du bist es und durch dich will sie erblühen.“ sagt die unbekannte Stimme…

Für mehr Inspiration hol‘ dir meine Bücher:

Seelenstriptease I – Von der Angst ins Vertrauen

Seelenstriptease II – Vom Schmerz in die Liebe

Das Jahr in dem ich Heimat fand

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