„Wenn das alle so machen würden…“
Eine Widmung an alle Unangepassten, Visionäre, Pioniere, Wegbereiter, kreative Schöpfer…
Denn genau das ist eure Aufgabe – es nicht so zu tun, wie alle es tun, sondern wie ihr es tun würdet.
Würde es Leute, wie euch nicht geben, könnte sich keiner von den anderen Pappnasen in irgendeiner Weise entwickeln. Die Menschheit stünde nicht dort, wo sie steht, auch wenn das manchmal besser wäre. Der Fortschritt hat seine Schattenseiten und es würde uns definitiv helfen, wenn wir uns wieder ein bisschen mehr auf Einfachheit, Wurzel und Ursprung zurückbesinnen würden. Nicht nur für unseren Lebensraum, auch für unser eigenes Stresslevel im Nervensystem, den Hormonen und Wachstumszellen, die sich ausbreiten. Hat schon einmal jemand darüber nachgedacht, warum Generation Alpha so unfassbar riesig ist, dass sie schon fast Avataren ähnelt? Vielleicht ist es die letzte Generation, die einigermaßen bodenständig mit Grenzen erzogen wurde, so dass sie so fein viel schlafen und sich ihr Gehirn so massiv entwickeln konnte und ihre Körper einfach nachziehen.
Ganz abgesehen davon scheint der Rest der Welt sich in total abgedrehten Formen menschlichen Daseins wiederfinden.
Familien gehen zu Grunde, weil Männer sich mittlerweile lieber um Kinder kümmern oder Frauenklamotten herumlaufen, Mütter die große Karriere machen wollen oder gar müssen, weil ein Gehalt nicht mehr ausreicht, um eine Familie zu versorgen. Kinder werden früh in Einrichtungen abgeschoben, damit die Arbeit auch verrichtet werden kann. Unmengen an Geld geht dafür drauf und kommt vermutlich auch herein, dafür, dass man sich gar nicht wirklich kennt, dafür dir Rolle erfüllt, die verlangt wird, aber innerlich emotional verarmt, vereinsamt und leer ausgeht, bis es dann auch der Körper irgendwann anzeigt.
Die Alten verkümmern im Pflegeheim, das so viel kostet, dass nicht einmal die Rente dafür reicht, sehen ihre Enkel noch weniger, als ihre eigenen Eltern und müssen sich von frustrierten, dominanten und wenige einfühlsamen Personal bestimmen lassen. Mit 85 Jahren muss man sich verbieten lassen, wenn man auf dem Balkon eine rauchen will!
Eine Generation, die Krieg erlebt hat. Eine Generation, die nichts mehr verdient hat, als Freiheit muss sich von 30jährigen übergewichtigen und selbst rauchendem Personal sagen lassen, dass man nicht rauchen darf. Dort, wo man wohnt. Wo die letzten Wochen, Monate, Jahre verbracht werden, die ohnehin nicht die erfülltesten sein werden, die man sich vorstellen kann. Ja, und wenn das alle so machen würden, dann wären die ganzen Pflegeheimbewohner nicht mehr zu bändigen. DAS ist euer Problem.
Dass diejenigen, die etwas außer der Norm vormachen und durch andere übernommen wird, eure Kontrolle zerstört.
Die Menschen leben in einer Blase. Sie werden mit Annehmlichkeiten verführt und manipuliert. Verstößt man gegen die allgemein gültigen Regeln, die meistens wenig mit Würde, Achtung, Selbstbestimmung, Ehrlichkeit oder Individualität zu tun haben, gerät das System ins Schwanken. Überlegen Sie sich das einmal, wenn jeder seine Bedürfnisse selbst erfüllen könnte, ohne dafür von anderen abhängig sein zu müssen. Schon würde man sich nicht mehr anpassen müssen, zumindest nicht im ungesunden Maße, um der Show weiter gerecht werden zu müssen.
Es gibt nun einmal diese Pioniere unter uns, die den Weg durch den Dschungel – durch unbekanntes Terrain mit ihrer Machete freimachen, damit andere diesem Weg folgen können. Diese Menschen sind mutig, eigensinnig und brauchen selten andere, um ihrem eigenen Weg zu folgen. Und das muss nicht immer ein Krieger sein, der da den Weg der Eroberung geht. Es kann auch eine Mutter sein, die einen anderen Weg wählt, als alle anderen und damit für Ausgleich, Frieden und Heilung sorgt. Manchmal sogar, indem sie nichts tut.
Manchmal wäre es auch für die Gesellschaft gut, wenn sich Jemand, der durch die Gesellschaft krank wird, allein im Wald lebt, weil derjenige sonst andere quälen würde.
Die meisten wollen geliebt, bestätigt, gesehen werden oder sich märtyrerisch aufopfern, ihre Pflicht, ihren Teil zur Gesellschaft beitragen und merken nicht, wie sehr sie eigentlich ihrer Umwelt damit schaden, wenn sie aus diesen egoistischen und selbstgefälligen Gründen das System von Versuchung, Verführung, Verstrickung, Abhängigkeit und Falschheit am Laufen halten. Wem ist dann damit geholfen?
Die Wahrheit ist, dass Abhängigkeit überall herrscht, ob man nun selbstständig, verbeamtet, freiberuflich oder angestellt ist. Ob in Familien, Ehe, Freundschaft oder Single. Selbst als Single sind wir abhängig von Gefühlen, die wir brauchen, weil wir Menschen sind und uns diese Gefühle durch den Austausch mit anderen holen. Sogar als Selbstversorger auf dem Land, als Eremit im Wald ist man vom fucking Wetter abhängig! Alles, wozu man andere braucht, ist und macht abhängig. Daran ist nichts verwerflich, insofern einem dies bewusst ist und man die Verantwortung für die eigenen Entscheidungen mit allen Licht- und Schattenanteilen übernimmt.
Doch den meisten Menschen sind ihre eigenen Bedürfnisse und Beweggründe nicht einmal bewusst, schon gar nicht ihre Schattenanteile, weshalb sie dann ihre ungelebten Anteile an anderen erkennen, mit dem Finger auf sie zeigen, verurteilen und niedermachen. Dabei, ganz ehrlich, ist keiner von uns mit einer reinweißen Weste unterwegs und wenn es einer behauptet, sitzt der Dreck in der Hose.
Warum können wir nicht einfach ehrlich zueinander sein?
Warum können wir nicht aufhören, mit den Fingern auf andere zu zeigen, anstatt uns selbst anzuglotzen und es irgendwie schaffen, mit uns ins Reine zu kommen, damit wir andere genauso akzeptieren können, wie sie sind?
Warum fällt es den Menschen so schwer, sich ihre Unzulänglichkeit einzugestehen und sich dafür selbst in den Arm zu nehmen?
Wir brauchen dafür niemand anderen, der das tut. Die, die es tun würden, kommen dann ohnehin von allein. Aber der erste Schritt ist uns selbst ein bisschen mehr liebzuhaben. Auch dafür, dass wir getriggert sind und dass wir uns über andere aufregen und neidisch auf sie sind, weil sie eigentlich unsere Träume leben. Aber warum wir es nicht tun, ist der gleiche Grund, weshalb wir auf andere zeigen. Wir gestehen es uns nicht zu. Wir fühlen uns schuldig, schämen uns, erlauben es uns schlicht und einfach nicht, uns Gutes zu tun oder auch ehrlich zu sein, weil die anderen es vor uns eben auch nicht tun.
Aber wenn sie es denn mal tun, ertappen wir uns selbst dabei, wie wir sie verurteilen und können einsehen, dass wir vielleicht auch ein bisschen so sein wollen, wie diejenigen, auf die wir unsere Finger richten, aber nun einmal die sind, die wir sind. Und das ist vollkommen in Ordnung, ausreichend und genug. Jeder ist individuell mit Stärken, Schwächen, Eigenarten, Fehlern, Unzulänglichkeiten, Kapazitäten, subjektiven Empfinden, Ansichten und Vorlieben. Und das darf wohl in einer westlichen Gesellschaft der Neuzeit anerkannt werden. Und wem es nicht gefällt, kann sich gern eine neue suchen <3